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Holz- und Bautenschutz

Was ist Holz- und Bautenschutz?

Seit der Mensch sich künstlichen Obdach baut, dient ihm das Holz als Baustoff. Selbst in der heutigen Zeit ist das Holz beim Hausbau weit verbreitet. So sind Fachwerk- und Holzhäuser nahezu komplett aus Holz erbaut, und auch bei der konventionellen Bauweise wird bei einzelnen Elementen wie Dachstuhl, Deckenbalken, Balkon, Treppen, Türen und Fußboden gerne auf diesen Rohstoff zurückgegriffen.

Trotz seiner Funktionalität und Beliebtheit ist Holz in gleichem Maße anspruchsvoll und anfällig. Organische und tierische Organismen können unter Umständen massiv auf das Holz einwirken und es schädigen. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen können diese Einflüsse nicht nur zu optischen, sondern langfristig auch zu statischen Beeinträchtigungen führen. Um dies zu verhindern, wurde der Holz- und Bautenschutz entwickelt.

Unter Holz- und Bautenschutz wird die Summe aller Maßnahmen verstanden, mit denen Holzschäden in Folge eines Befalls durch Pilze oder tierische Organismen dauerhaft vorgebeugt werden kann. Die Praxis zeigt jedoch, dass der Holz- und Bautenschutz häufig vernachlässigt wird. Ein Befall setzt nahezu automatisch im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein und wird überdies in vielen Fällen zu spät erkannt.

Bekämpfung von Holzschädlingen

In bestimmten Grenzen ist die erfolgreiche Befallsbekämpfung problemlos möglich. Sie setzt jedoch umfassende Spezialkenntnisse voraus, die nur ein Fachmann gewährleisten kann. So muss zunächst genauestens untersucht werden, welche Art von Befall überhaupt vorliegt. Hausschwamm erfordert zum Beispiel eine meist intensivere Bekämpfung, als diese bei anderen Pilzarten notwendig wäre, welche in der Regel vergleichsweise einfach ausgetrocknet werden können. Organische Schädlinge stellen hauptsächlich Pilze dar. Neben der Moderfäule oder mehreren Arten der Bläue sind dies vor allem Echter Hausschwamm, Brauner Keller- oder Warzenschwamm, Weißer Porenschwamm und Blättling.


Echter Hausschwamm
(Serpula lacrimans)

Brauner Keller- oder Warzenschwamm
(Coniophora puteana)

Weißer Porenschwamm
(Antrodia vaillantii)

Blättling
(Gloeophyllum sp.)


Zu Beginn der Sanierungsmaßnahmen steht die Ermittlung der Feuchtigkeitsquelle, denn sie bildet die eigentliche Ursache des Befalls. Wenn diese nicht restlos beseitigt wird, bildet sich der Befall immer wieder neu.

Beim Befall mit Insekten müssen zunächst Art und Ausmaß festgestellt werden. Sind tragende Bauelemente befallen, muss darüber hinaus deren Statik sorgfältig überprüft werden. Bei den Holzinsekten wird zwischen Frischholz- und Trockenholzinsekten unterschieden. Frischholzinsekten benötigen für ihren Wachstum eine hohe Holzfeuchte und meiden daher sehr trockenes, in der Regel bereits verbautes Holz. Trockenholzinsekten sind die eigentlichen Bauholzschädlinge, denn sie wachsen bei geringer Holzfeuchte heran. Liegt der Feuchtigkeitsgrad allerdings unter 10 Prozent - was dem allgemeinen Wohnraumklima entspricht - ist die Gefahr eines Befalls dagegen sehr gering.


Hausbockkäfer
(Hylotrupes bajulus)

Hausbockkäfer Larve
(Hylotrupes bajulus)

Brauner Splintholzkäfer
(Lyctus brunneus)

Bei den Trockenholzinsekten bilden die Käfer die größte und wichtigste Schädlingsgruppe. Der Hausbockkäfer (Hylotrupes bajalus, auch Haus- oder Holzbock genannt - Bild Käfer - Bild Larve), verursacht europaweit die größten Schäden an verbauten Nadelhölzern. Der Larvenfraß des Hausbockkäfers beschränkt sich auf das Splintholz. Laubholz wird von ihm nicht befallen. Der gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum) ist unter der Bezeichnung Holzwurm“ allseits bekannt. Er befällt seltener das Bauholz, sondern vielmehr das Holz von Ausstattungsgegenständen. Die kreisrunden, etwa 1-2 mm großen Bohrlöcher finden sich häufig in Sockelleisten oder Möbelfüßen. Der braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus - Bild Käfer) stammt ursprünglich aus den Tropen und gelangte mit Importhölzern nach Europa. Er befällt neben den Tropenhölzern vorzugsweise auch das Splintholz der einheimischen Laubhölzer, zum Beispiel das von Eiche, Esche und Nußbaum. Nadelhölzer sind gegen ihn nahezu resistent. Auf Grund der relativ kurzen Generationsdauer von durchschnittlich nur einem Jahr, breitet sich der Befall mit braunen Splintholzkäfern sehr rasch aus.

Bekämpfungsformen

Gegen den Befall mit Holzschädlingen bieten sich grundsätzlich drei Bekämpfungsformen an. Die Wahl der zweckmäßigsten Variante erfolgt nach einer Prüfung der technischen Gegebenheiten und unter Einbeziehung der lokalen Verhältnisse. Die einzelnen Bekämpfungsformen sind:

  1. Heißluftverfahren
    Hierbei wird das Holz im gesamten Querschnitt für mindestens eine Stunde auf mehr als 55 Grad Celsius erhitzt, so dass die Insekten mit ihren Larven abgetötet werden. Das Heißluftverfahren wird ohne den Einsatz chemischer Mittel durchgeführt, ist dafür aber sehr energieaufwendig.

  2. Injektionsverfahren
    Im Zuge der Bekämpfung werden Mittel eingesetzt, deren Insektizidgehalt höher ist, als im Rahmen der Vorbeugung. Bei diesen Substanzen handelt es sich um sogenannte Kontaktinsektizide, welche die Insekten beim Kontakt abtöten. Das Verfahren gewährleistet einen langfristigen Schutz. Zunehmend werden auch Präparate eingesetzt, die eine geringere toxische Konzentration aufweisen und die Larven über einen Zeitraum von mehreren Jahren abtöten. Die Insektizide werden in extra präparierte Bohrlöcher im Balken injiziert, die danach mit Hartholzstopfen verdübelt werden. Holzkunstwerke sollten allerdings nur nach Rücksprache mit einem Restaurator behandelt werden.

  3. Begasungsverfahren
    Das Begasungsverfahren kommt für Objekte in Betracht, bei denen eine Heißluftbehandlung oder chemische Mittel nicht angewandt werden können, wie zum Beispiel in denkmalgeschützten Gebäuden. Beim Begasungsverfahren werden Giftgase (z.B. Blausäure) eingesetzt, die äußerst wirksam sind. Das Begasungsverfahren darf nur von Fachfirmen mit spezieller Konzession durchgeführt werden.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung, Kontaktieren Sie uns einfach über unsere Website: Kontaktformular, per Email: Email-Kontakt oder telefonisch: 0761 - 7075120.




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